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Fehlersuche

Eine DWG retten, die sich nicht öffnen lässt

„Datei beschädigt“ ist selten das Ende. Was man der Reihe nach versucht und wie die Versionsleiter funktioniert.

2026-08-02 4 Min. Lesezeit

Eine DWG ist eine Binärdatei mit dicht gepackter Struktur. Ein abgebrochener Download, eine volle Platte oder ein nie beendeter Speichervorgang können sie unlesbar machen. Die gute Nachricht: meist ist nur ein Teil beschädigt, der Rest steckt noch drin.

Der Reihe nach probieren

  1. Nach der Sicherung suchen. AutoCAD legt bei jedem Speichern eine .bak-Datei daneben. In .dwg umbenennen und öffnen — meist genügt dieser eine Schritt.
  2. Autospeicherung prüfen. Dateien mit der Endung .sv$ liegen im Temp-Ordner und kosten selten mehr als ein paar Minuten Arbeit.
  3. RECOVER ausführen. AutoCADs eigener Reparaturbefehl liest die Datei und verwirft beschädigte Objekte.
  4. Die Versionsleiter hinabsteigen. Die Datei in eine ältere DWG-Version wandeln. Der Schaden sitzt oft in einem Abschnitt neuerer Ausgaben, der beim Herunterwandeln übersprungen wird.
  5. Nach DXF wandeln. Da DXF Text ist, lässt es sich teilweise lesen: der kaputte Abschnitt wird übersprungen, der Rest bleibt.

Was die Versionsleiter ist

Das DWG-Format durchlief viele Ausgaben — R12, R14, 2000, 2004, 2007, 2010, 2013, 2018 — jede mit neuen Abschnitten. Lässt sich eine Datei nicht lesen, hilft oft, sie mit schrittweise niedrigerer Zielversion zu wandeln: wird der neuartige Abschnitt übersprungen, kommt die Geometrie meist unversehrt heraus.

Was man an einer geretteten Datei prüft

  • Anzahl der Ebenen. Weniger Ebenen als erwartet kann heißen, dass ein Abschnitt übersprungen wurde.
  • Blockreferenzen. Sind Tür-, Fenster- und Möbelblöcke vorhanden oder leer?
  • Schriftfeld und Text. Textobjekte sind der empfindlichste Teil — steht der Projektname noch da, sind die Achsbezeichner vollständig?
  • Zeichnungsgrenzen. Sind die Grenzen absurd groß (Millionen Einheiten), ist bei der Rettung wohl ein Objekt in den Ursprung gefallen.

Damit es nicht wieder passiert

Große Dateien lokal öffnen und speichern statt auf dem Netzlaufwerk, danach kopieren. Bei langen Sitzungen Zwischenstände unter neuen Namen sichern. Und zu jedem herausgegebenen Blatt ein maßstäbliches PDF aufbewahren: geht die Zeichnungsdatei verloren, bleibt der visuelle Nachweis des Projekts.

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